Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ist eine verantwortungsvolle ehrenamtliche Aufgabe. Einsatzkräfte stehen rund um die Uhr bereit, um in Notlagen schnell und professionell Hilfe zu leisten. Damit Einsätze sicher bewältigt werden können, sind neben technischem und taktischem Wissen auch körperliche Belastbarkeit, psychische Stabilität und ein sicherheitsbewusstes Handeln erforderlich.
Die Feuerwehr-Unfallkasse Mitte unterstützt die Feuerwehren dabei, die Sicherheit im Feuerwehrdienst nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, Einsatzkräfte frühzeitig zu sensibilisieren, zu informieren und bei der Prävention von Gesundheitsgefahren zu begleiten. Sicherheit im Einsatz beginnt nicht erst an der Einsatzstelle, sondern bereits bei der Vorbereitung, Ausbildung und persönlichen Eignung.
Zur Förderung der allgemeinen Einsatzsicherheit bietet die Feuerwehr-Unfallkasse Mitte unter anderem unterstützende Maßnahmen an, die Sie in den nachfolgenden Punkten finden.
Diese Angebote tragen dazu bei, individuelle Beanspruchungen besser einzuschätzen und gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Sicher absitzen – Rückwärts, immer. Mit 3-Punkte-Halt
Unfälle beim Ein- und Aussteigen aus Feuerwehrfahrzeugen gehören weiterhin zu den häufigsten Unfallursachen im Feuerwehrdienst. Unabhängig von Fahrzeugtyp oder Bauart stellt das Absitzen einen relevanten Unfallschwerpunkt dar und führt immer wieder zu schweren Verletzungen.
Mit der Unfallverhütungsaktion „Sicher absitzen“ verfolgen die Feuerwehr-Unfallkassen FUK Mitte, HFUK Nord und FUK Brandenburg das Ziel, das sichere Auf- und Absteigen aus Feuerwehrfahrzeugen nachhaltig zu fördern und für typische Gefährdungen zu sensibilisieren.
Ursachen für Unfälle beim Absitzen
Unfälle entstehen insbesondere durch:
- Vorwärtsabsitzen oder Abspringen vom Fahrzeug
- unzureichende Haltegriffe und Trittstufen
- unsichere Trittflächen und ungünstige Steighöhen
- Bodenunebenheiten, Glätte und schlechte Sichtverhältnisse
- Hektik, Zeitdruck und Unachtsamkeit
- bauliche Faktoren moderner, höherer Fahrzeugkabinen
Diese Faktoren erhöhen das Unfallrisiko unabhängig davon, ob ein Einsatz unter Zeitdruck steht oder nicht.
Grundprinzipien für sicheres Absitzen
Die zentralen Präventionsbotschaften der Aktion lauten:
- Feuerwehrfahrzeuge werden grundsätzlich rückwärts verlassen.
- Das Auf- und Absteigen erfolgt unter Nutzung vorhandener Haltegriffe und Trittstufen.
- Der sogenannte 3-Punkte-Halt ist einzuhalten: Hände und Füße haben gleichzeitig an drei Punkten Kontakt zu Griffen und Trittflächen.
- Abspringen vom Fahrzeug ist zu unterlassen.
- Hektik und unnötiger Zeitdruck sind zu vermeiden.
- Gegenseitige Aufmerksamkeit und Unterstützung innerhalb der Mannschaft erhöhen die Sicherheit.
- Bei Dunkelheit ist der Ausstiegsbereich, soweit möglich, auszuleuchten.
Ein sicheres Absitzen dient dem Schutz der Einsatzkräfte und trägt unmittelbar zur Einsatzfähigkeit der Feuerwehr bei.
Materialien zur Präventionsaktion
Zur Unterstützung der Unfallverhütung wurden begleitende Materialien entwickelt:
- Videoclip „Sicher absitzen – mit 3-Punkte-Halt“
- Informationsposter
- Türsticker für Feuerwehrfahrzeuge
- ergänzende Informationsmaterialien
Diese dienen der Sensibilisierung, Unterweisung und nachhaltigen Verankerung des sicheren Absitzens im Feuerwehralltag.
„Das kann ins Auge gehen!“
Löschwasserstrahlen können schwere Verletzungen verursachen – insbesondere an Augen und Ohren. Studien und Unfallanalysen zeigen, dass bereits kurze, direkte Einwirkungen zu schwerwiegenden und dauerhaften Schäden bis hin zum Verlust des Augenlichts führen können.
Vor diesem Hintergrund wurde die Unfallverhütungsaktion „Das kann ins Auge gehen!“ gestartet. Ziel ist es, Feuerwehrangehörige und Jugendfeuerwehren für die Gefahren von Augen- und Gesichtsverletzungen durch Löschwasserstrahlen zu sensibilisieren und den sicheren Umgang mit Strahlrohren im Einsatz- und Übungsdienst zu stärken.
Sicherer Umgang mit Löschwasserstrahlen
Der Umgang mit Strahlrohren gehört zur Grundausbildung und zum täglichen Übungsbetrieb. Gerade weil diese Tätigkeit als „Routine“ wahrgenommen wird, entstehen besondere Risiken. Fehlgeleitete Wasserstrahlen, falsche Körperhaltung oder unkontrollierte Rückstoßkräfte können Menschen erheblich gefährden.
Zentrale Präventionsprinzipien:
- gezielte, kontrollierte Strahlführung
- sichere Standposition des Bedienpersonals
- bewusster Umgang mit Rückstoß- und Druckkräften
- konsequenter Augen- und Gesichtsschutz
- klare organisatorische Abläufe bei Übungen und im Einsatz
Präventionsmaterialien und Unterstützung
Die Aktion wird unterstützt durch:
- Informationsposter für Feuerwehrhäuser
- einen Videoclip zur Sensibilisierung (insbesondere im Jugendbereich)
- den „Stichpunkt Sicherheit“ zum Thema Verletzungsgefahren durch Löschwasserstrahlen
Diese Materialien dienen als visuelle Erinnerung und als Gesprächsgrundlage für Ausbildung, Unterrichte und Einsatznachbereitung.
Ziel der Aktion
Augenverletzungen vermeiden – durch Aufmerksamkeit, sichere Technik, klare Abläufe und konsequenten Eigenschutz.
Videoclips zur allgemeinen Einsatzsicherheit
Videoclip "Sicher Absitzen - mit 3-Punkte-Halt!"
Der neue Videoclip der Feuerwehr-Unfallkassen zeigt anschaulich und mit einem Augenzwinkern, wie einfach die Unfallverhütung sein kann. Selbst die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr haben das richtige Auf- und Absitzen bereits verinnerlicht und zeigen den erfahrenen Kameraden, wie richtig vom Feuerwehrfahrzeug abgesessen wird.
Videoclip Gefahr übersehen - Kann ins Auge gehen!
Schlimme Folgen, ein Leben lang: Videoclip zeigt dramatisches Ende einer Jugendfeuerwehrübung