Gefährdungsbeurteilungen sind ein zentrales Instrument der Prävention im Feuerwehrdienst. Sie dienen dazu, Risiken frühzeitig zu erkennen, Gefahren systematisch zu bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Damit bilden sie die Grundlage für einen sicheren und gesundheitsgerechten Feuerwehrdienstbetrieb.
Rechtliche Grundlagen sind u. a. § 5 Arbeitsschutzgesetz sowie § 3 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.
Eine fachliche Orientierung bietet die DGUV-Information 205-021 „Leitfaden zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehrdienst“. Den Download-Link finden Sie weiter unten.
Mit dem Wandel von detaillierten Vorschriften hin zu mehr Handlungsspielräumen gewinnt die individuelle Gefährdungsbeurteilung zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht es Gemeinden und Feuerwehren, passgenaue Maßnahmen für ihre konkreten örtlichen, organisatorischen und strukturellen Gegebenheiten festzulegen.
Digitale Unterstützung: Gefährdungsbeurteilung online mit „riskoo“
Zur praktischen Umsetzung stellen die Feuerwehr-Unfallkassen mit der Online-Anwendung „riskoo“ ein digitales Werkzeug zur Verfügung.
Die Software unterstützt Feuerwehren dabei, Gefährdungsbeurteilungen strukturiert, nachvollziehbar und datenschutzkonform zu erstellen und fortzuschreiben.
Die Anwendung ist kostenfrei, webbasiert und ohne Installation nutzbar (PC, Tablet, Laptop).
Aktuelle Module:
- Organisation von Sicherheit und Gesundheitsschutz
- Feuerwehrhaus
- Feuerwehrübungen
- Psychische Belastungen im Feuerwehrdienst
- Einsätze an und auf dem Wasser
Funktionen und Nutzen:
- strukturierte Checklisten
- systematische Risikobewertung
- Festlegung von Maßnahmen, Zuständigkeiten und Fristen
- automatische Dokumentation
- individuelle Anpassung an die jeweilige Feuerwehr
- datenschutzgeschützte Nutzung
Die Gefährdungsbeurteilung kann schrittweise erstellt, gespeichert und jederzeit weiterbearbeitet werden.
Direktzugang zur digitalen Gefährdungsbeurteilung
Gefährdungsbeurteilung online starten:
Anwendung öffnen:
https://app.riskoo.de
Registrierung:
https://app.riskoo.de/registrierung/feuerwehr
Demo-Version testen:
https://demo.riskoo.de
Hinweis:
Vor der Nutzung sollte der Träger des Brandschutzes (Gemeinde/Stadt) informiert und die berechtigten Nutzerinnen und Nutzer festgelegt werden. Die Nutzung der Anwendung ist für den Feuerwehrbereich kostenfrei.
Ziel
Die digitale Gefährdungsbeurteilung unterstützt Feuerwehren dabei,
Gefahren frühzeitig zu erkennen, Risiken systematisch zu bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen – für mehr Sicherheit, Gesundheit und Einsatzfähigkeit im Feuerwehrdienst.
DGUV Information 205-021 „Leitfaden zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehrdienst“
Feuerwehrhaus-Onlineplanung
Seit 2012 stellen die HFUK Nord, FUK Mitte und FUK Brandenburg einen Onlineplaner für Feuerwehrhäuser zur Verfügung. Ziel ist es, Feuerwehren und Gemeinden eine erste, praxisnahe Orientierung bei der Planung eines Neu- oder Umbaus zu ermöglichen.
Oft bestehen Unsicherheiten hinsichtlich des Raumbedarfs, der erforderlichen Raumgrößen oder der Eignung des vorgesehenen Grundstücks. Der Feuerwehrhaus-Onlineplaner unterstützt dabei, diese Fragen frühzeitig strukturiert zu betrachten und eine erste Planungsgrundlage zu entwickeln.
Die Anwendung ersetzt keine fachliche Planung durch Architektinnen, Architekten oder Bauingenieure, bietet jedoch eine hilfreiche Vorbereitung für weitere Planungsschritte – insbesondere auch zur anschaulichen Darstellung in kommunalen Gremien.
Planung mit Blick auf Sicherheit
Der Neu- oder Umbau eines Feuerwehrhauses umfasst zahlreiche sicherheitsrelevante Aspekte, beispielsweise:
- Standortauswahl
- Dimensionierung der Fahrzeugstellplätze
- Verkehrs- und Bewegungsflächen
- Anzahl notwendiger Parkplätze
- funktionale Raumaufteilung
Da der Bau eines Feuerwehrhauses keine alltägliche Aufgabe für Gemeinden oder Feuerwehren darstellt, unterstützt der Onlineplaner dabei, grundlegende Anforderungen frühzeitig systematisch zu berücksichtigen.
Technische Hinweise
Der Feuerwehrhaus-Onlineplaner wurde nach über zehn Jahren grundlegend überarbeitet und technisch angepasst. Die bisherige Version wurde zum 31. Mai 2024 abgeschaltet. Aus Datenschutzgründen wurden bestehende Nutzerkonten und gespeicherte Daten nicht übernommen.
Der Zugriff auf die aktuelle Version erfolgt über:
Vor der Nutzung ist eine Registrierung erforderlich.
Datenbank zur Erfassung von Beinahe-Unfällen (FUK-CIRS)
Online-Zugang
Die Datenbank ist öffentlich zugänglich unter:
Dort finden Sie:
- Hintergrundinformationen zum System
- Praxisbeispiele
- den Meldebogen zur Erfassung von Beinahe-Unfällen
Im Feuerwehrdienst kommt es trotz bestehender Sicherheitsvorschriften immer wieder zu Unfällen – und zu Situationen, die „gerade noch einmal gut gegangen“ sind. Während Unfälle gemeldet werden, bleiben Beinahe-Unfälle häufig unbekannt.
Dabei bieten gerade diese Ereignisse ein großes Präventionspotenzial: Wer eine gefährliche Situation selbst erlebt hat, erkennt ähnliche Risiken künftig schneller. Andere Einsatzkräfte verfügen jedoch nicht über diese Erfahrung.
Hier setzt das FUK-CIRS an.
Lernen aus Beinahe-Unfällen
Die Datenbank „FUK-CIRS“ (Critical Incident Reporting System) erfasst anonym sogenannte Beinahe-Unfälle im Feuerwehrdienst – also Ereignisse, bei denen es fast zu einem Schaden gekommen wäre.
Ziel ist es, aus gemeldeten Situationen zu lernen und typische Gefährdungsmuster zu erkennen. Die ausgewerteten Erkenntnisse fließen in die Präventionsarbeit der Feuerwehr-Unfallkassen ein und tragen dazu bei, Unfallrisiken systematisch zu reduzieren.
Das System lebt von der freiwilligen Beteiligung aller Feuerwehrangehörigen.
Anonym und vertraulich
Die Meldungen erfolgen vollständig anonym.
Es werden bewusst keine personenbezogenen Daten wie Name, Ort oder Zeitpunkt erfasst.
Die Daten dienen ausschließlich der Prävention – nicht der Strafverfolgung oder Regressprüfung.
Ziel
FUK-CIRS unterstützt Feuerwehren dabei, aus kritischen Situationen zu lernen, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit im Feuerwehrdienst nachhaltig zu verbessern.